Pokerbetreiber Peter Zanoni hat den Chef der Finanzpolizei Wilfried Lehner angezeigt. Grund dafür ist eine Razzia im Zanonis Concord Card Casino (CCC) in Bregenz, bei der Pokertische beschlagnahmt wurden. Zanoni beurteilt diese als „Willküraktion“.

Am Donnerstag vor drei Wochen sei die Finanzpolizei in Zanonis Concord Card Casino (CCC) in Bregenz aufmarschiert, um nach illegalen Spielautomaten zu suchen, so Peter Zanoni laut APA. Die vorhandenen Geräte seien aber seit langem abgeschaltet gewesen, also seien die Beamten wieder abgezogen. Drei Stunden später seien sie wiedergekommen, hätten die Personalien von rund 100 Gästen aufgenommen und Pokertische beschlagnahmt.

Für Zanoni eine reine „Willküraktion“. Denn laut dem neuen Glücksspielgesetz (GSpG) gelte für bestehende Pokersalons, die vor dem 15.3.2010 eine Gewerbeberechtigung hatten, eine Übergangsfrist bis zur Vergabe der neuen Pokerlizenz, jedenfalls aber bis zum 31.12.2012.

Glücksspiel-Besprechung im Finanzministerium

Am Freitag nach der Razzia in Vorarlberg habe zufällig eine Glücksspiel-Besprechung im Finanzministerium stattgefunden, bei der Zanoni mit dem Chef der Finanzpolizei, Wilfried Lehner, zusammengetroffen sei. „Ich habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass ich zweimal rechtskräftig vom Vorwurf des illegalen Glücksspiels freigesprochen wurde.“ Lehner habe diese Entscheide als Fehlurteile bezeichnet, von einem „niederen Gericht“ gesprochen. Einmal war das Bezirksgericht Wien Innere Stadt am Wort, einmal das Bezirksgericht Salzburg.

Über Rechtmäßigkeit der Beschlagnahme entscheiden

Dabei, empört sich Zanoni, habe ein strafrechtliches Urteil „Bindungswirkung für die gesamte Verwaltung“, also auch die Finanzpolizei. Deren Akt über die vorläufige Beschlagnahme der Pokertische in Vorarlberg müsste „sofort am nächsten Werktag“ an die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde übermittelt werden, damit diese über die Rechtmäßigkeit der Beschlagnahme entscheiden könne. Das sei aber bis heute nicht geschehen, so Zanoni.

Eingabe beim UVS Vorarlberg

In der Vorwoche hat der Pokerbetreiber dann seine Anwälte in Stellung gebracht. Er zeigte Lehner sowie die handelnden Finanzpolizisten wegen Amtsmissbrauchs an. „Es wurden auch Dienstaufsichtsbeschwerden gemacht und eine Eingabe beim UVS (Unabhängigen Verwaltungssenat) Vorarlberg“, sagte Zanoni zur APA. Weiters hat er sich via Rechtsschutzgesuch an das Justizministerium gewandt. Dieses solle nun von der Oberstaatsanwaltschaft überprüfen lassen, ob die Razzia mit rechten Dingen zugegangen sei.

Viele Anzeigen durch Automatenbetreiber

Finanzpolizist Lehner lässt die Anzeige gelassen. „In der Zwischenzeit bin ich’s gewohnt“, meinte er auf APA-Anfrage. Automatenbetreiber hätten ihn und seine Leute schon mit „allen möglichen Anzeigen wegen Amtsmissbrauchs oder Nötigung“ eingedeckt. „Bis jetzt sind aber alle diese Verfahren, bevor etwas weiteres passiert ist, eingestellt worden.“

Seit der Novellierung des Glücksspielgesetzes 2010 habe die Finanzpolizei rund 2.600 Spielautomaten beschlagnahmt. Beeinsprucht sei fast jede dieser Amtshandlungen worden. „Wir haben eine ganze Menge von Verwaltungsgerichtshof-Entscheidungen. Praktisch alle sind zu unseren Gunsten ausgegangen.“ Lediglich eine Beschlagnahme sei durch den Verwaltungsgerichtshof (VwGH) aufgehoben worden.

Lehner: Keine Äußerung zum Fall in Vorarlberg

Zum konkreten Fall in Vorarlberg dürfe er sich nicht äußern. Prinzipiell haben aber „Gerichtsurteile zu Einzelfällen“ für Lehner keine Bindungswirkung. Für den Finanzpolizisten steht ohnehin außer Frage, dass es sich bei Poker um ein Glücksspiel handelt – und zwar schon seit einem VwGH-Entscheid aus dem Jahre 2005. „Es gibt auch ein Judikat, in dem der VwGH die Beschlagnahme von Pokertischen anerkannt hat“, so Lehner. „Insofern sehen wir das gelassen.“

Publiziert am 15.05.2012

Wie jede Woche finden Sie hier die Highlights der Pokerwoche – zusammengefasst von de.PokerNews.com: Heute die Zusammenfassung der Woche vom 12.5. bis zum 18.5.

Full Tilt Mitarbeiter lehnen Angebot von Tapie ab

Die Mitarbeiter von Full Tilt Poker haben das Angebot von Laurent Tapie, in ein neues Poker Unternehmen zu wechseln, abgelehnt. Gaming Intelligence berichtete, dass die Mitarbeiter von Full Tilt Poker in Dublin das Angebot der Groupe Bernard Tapie gemeinsam ein neues Online Poker Unternehmen aufzubauen, abgelehnt haben. Einen Tag nachdem die Übernahme von Full Tilt Poker durch die Groupe Bernard Tapie endgültig gescheitert war, versuchte Laurent Tapie einen letzten Schachzug. Er bot führenden Mitarbeitern von Full Tilt Poker an, sich in Paris zu treffen um die Gründung eines neuen Online Poker Raums zu besprechen. Gleichzeitig wollte Tapie alle führenden Mitarbeiter in dieses neue Unternehmen übernehmen und bot ihnen Jobs an. Tapie wollte eine neue Poker Software programmieren lassen und den Raum unter einem neuen Brand online bringen. Das Angebot war offensichtlich nicht attraktiv genug, um die führenden Mitarbeiter von Full Tilt aus Irland wegzulocken. Gaming Intelligence berichtet, dass die Verhandlungen mit PokerStars hinsichtlich der Übernahme von Full Tilt zügig voranschreiten. Ein offizielles Statement von PokerStars liegt nach wie vor nicht vor. Die ganze Story gibt es auf Gaming Intelligence (kostenpflichtiger Artikel) nachzulesen.

Schluss mit lustig, die Concord Card Casino gehen zum Angriff über

Peter Zanoni, Gründer und Betreiber der Concord Card Casinos hat offenbar genug. Nach einer neuerlichen Razzia im Casino Bregenz klagt er nun die Finanzpolizei und kündigt erbitterten Widerstand gegen die Ausschreibung der Poker Lizenz in Österreich an. Letzte Woche erregte Peter Zanoni mit der Ansage sich nicht um die österreichische Poker Lizenz Aufsehen bewerben zu wollen Aufsehen. Nun legt der CCC Boss nach. Das Wirtschaftsblatt berichtete in seiner gestrigen Ausgabe, dass Zanoni den Chef der Finanzpolizei, Wilfried Lehner, wegen Amtsmissbrauch angezeigt habe. Zanoni verweist darauf, dass er bereits zweimal rechtskräftig vom Vorwurf des illegalen Glücksspiels freigesprochen wurde und diese Urteile auch für die Finanzpolizei bindend seien. Er verwehrt sich gegen “Willküraktionen” und fordert eine rechtliche Überprüfung der Vorgangsweise. Im Dezember 2012 endet die Übergangsfrist für bestehende Pokercasinos in Österreich, bis zu diesem Zeitpunkt sollte die neue Pokerlizenz vergeben sein. Die unklaren gesetzlichen Bestimmungen lassen allerdings bis heute nicht erkennen, ob es sich dabei tatsächlich um eine einzige standortgebundene Lizenz handelt. Zanoni geht nach einem Gespräch mit dem Finanzstaatssekretär Andreas Schieder allerdings davon aus und hat hinsichtlich einer Bewerbung bereits abgewunken. Er wird daher, sobald die Ausschreibungsbedingungen vorliegen, den österreichischen Verfassungsgerichtshof anrufen, um die seiner Meinung nach verfassungswidrigen Bestimmungen zu Fall zu bringen. Für Spannung rund um die Vergabe der Lizenz ist also in den nächsten Monaten auf jeden Fall gesorgt.

De.PokerNews.com bringt Ihnen auf Poker.de auch wieder nächsten Freitag die Highlights der Pokerwoche.

Obwohl es ja mittlerweile hinlänglich bekannt sein sollte habe ich mal einen Link eingefügt, der sicherlich für einige von Euch – steuerpflichtig in Deutschland – interessant sein könnte. Für Hobbydonks wie mich kommt dieser glücklicherweise weniger in Betracht.

www.n-tv.de/ratgeber/Pokergewi nne-steuerpflichtig-article629 2841.html
Quelle: n-tv.de, dpa/awi

P.S. Hat schon etwas von Al Capone, den bekam man nicht für seine kriminellen Machenschaften hinter Gitter, sondern wegen nicht abgeführter Steuern. Genauso könnte es das FA mit den Dauergrindern beim Poker handhaben, weniger wegen illegalem Glücksspiel verfolgen, mehr um an fällige Steuern zu kommen.

Wien. Es sind Szenen wie während der Prohibition, die sich vor knapp einem Monat in Bregenz abgespielt haben: Rund 20 Finanzbeamte betreten einen Pokersalon – keinen geheimen, sondern das „Concord Card Casino“ (CCC), das seit 2009 eine Filiale im Zentrum der Landeshauptstadt betreibt –, lassen sich Ausweise von Spielern und Mitarbeitern zeigen und beschlagnahmen schließlich alle zwölf Pokertische. Wobei „beschlagnahmen“ heißt: Die Tische werden zur Seite gekippt und versiegelt, sodass sie nicht mehr verwendet werden können.

Das sind die Tatsachen darüber, was am 19.April geschehen ist – und darin stimmen Finanzministerium und Peter Zanoni, Chef der „CCC“, überein. Wie die Aktion rechtlich zu qualifizieren ist, ist aber höchst strittig: Was das Ministerium als notwendiges Vorgehen gegen illegales Glücksspiel sieht, ist für Zanoni Schikane, Überschreitung von Befugnissen, Amtsmissbrauch, kurz: Willkür gegen ein erfolgreiches Unternehmen.

 

Ist Poker ein Glücksspiel?

Zanoni hat nach der Aktion das volle rechtliche Programm gegen die Finanzbeamten aufgefahren: Anzeige wegen Amtsmissbrauchs und Dienstaufsichtsbeschwerde gegen alle beteiligten Beamten von Wilfried Lehner, dem Leiter der Finanzpolizei, abwärts, außerdem Rechtsmittel dagegen beim UVS und ein Rechtsschutzgesuch ans Justizministerium.

Denn Zanoni, der seit 1993 Pokersalons – inzwischen sind es elf in ganz Österreich – betreibt, vertritt die Meinung, dass Poker kein Glücksspiel sei. Damit, so Zanoni zur „Presse“, dürfe auch die Finanzpolizei nichts gegen seine Filialen unternehmen.

Denn strafrechtlich sei er 2004 vom Bezirksgericht Innere Stadt in Wien rechtskräftig vom Vorwurf des illegalen Glücksspiels durch den Betrieb seiner Pokersalons freigesprochen worden, erklärt der Unternehmer. Auch verwaltungsrechtlich sieht er sich auf der sicheren Seite: Sein Unternehmen verfüge über eine aufrechte Gewerbeberechtigung aus dem Jahr 2001 – wobei der Behörde schon damals klar gewesen sei, dass in seinen Etablissements Poker gespielt würde.

Dank Übergangsfristen dürften solche Unternehmen zumindest bis Ende dieses Jahres weiterarbeiten, obwohl das aktuelle Glücksspielgesetz Poker explizit als Glücksspiel bezeichnet. Für Zanoni sei es ein „Skandal“, dass die Finanzpolizei gegen ihn – „und meine Kunden“ eine Razzia durchgeführt hat, obwohl diese Tatsachen bekannt seien: Lehner habe ihm gegenüber in einem Gespräch nach der Beschlagnahme erklärt, er fühle sich an Urteile „niederer Gerichte“ nicht gebunden.

Finanzpolizeichef Lehner blickt der Anzeige gelassen entgegen: „In der Zwischenzeit bin ich’s gewohnt“, erklärt der Beamte gegenüber der Austria Presse Agentur. Bis dato seien aber alle Verfahren eingestellt worden. Seit der Novellierung des Glücksspielgesetzes 2010 habe die Behörde rund 2600 Spielautomaten beschlagnahmt, fast jede Amtshandlung sei beanstandet worden. Vor dem Verwaltungsgerichtshof habe die Finanzpolizei aber „praktisch alle“ Verfahren gewonnen, so Lehner.

Für die Finanz stehe außer Frage, dass es sich bei Poker um ein Glücksspiel handelt. Und es gebe auch ein Judikat des VwGH, das die Beschlagnahme von Pokertischen gutheißt – insofern beobachte er den Verlauf des Verfahrens in Vorarlberg gelassen.

(“Die Presse”, Print-Ausgabe, 19.05.2012)

Expertenrunde in Berlin konstatiert “glückspielrechtliches Regulierungsversagen”

Von Andreas Schultheis

Berlin, Mai 2012 – Es klingt paradox: Das Land des Pokerweltmeisters Pius Heinz wehrt sich in der Mehrheit seiner Bundesländer beharrlich, dem Volkssport Poker die Online-Türen zu öffnen – dabei ist Deutschland immerhin der zweitgrößte Pokermarkt der Welt (vgl. Artikel auf Pokersucht.com). 15 von 16 Bundesländern haben gemeinsam den Entwurf eines neuen Glücksspielstaatesvertrages – oder konkret: den Ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrag (1. GlüÄndStV) oder auch E 15-Modell – auf den Weg gebracht. Sportwetten können demnach online abgeschlossen werden, Online-Poker und Online-Casino-Spiele sind nicht vorgesehen. Die Europäische Kommission hat ihre Bedenken gegen diesen Entwurf im Notifizierungsverfahren ausführlich dargelegt, den Mangel an wissenschaftlichen Grundlagen kritisiert und auf die Möglichkeit eines Vertragsverletzungsverfahrens hingewiesen. Einzig Schleswig-Holstein geht mit einem eigenen Gesetz, das den Markt mit einem wettbewerbesfähigen Steuermodell auch für Online-Poker und Co. öffnet und reguliert, einen Weg, der nicht nur in Brüssel Zustimmung findet, sondern auch in der Fachwelt erkennbar positiv bewertet wird, wie ein Pressefachgespräch des Forschungsinstituts für Glücksspiel und Wetten im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung in Berlin deutlich machte.

“Es wäre nach vielen Jahren des Chaos angezeigt, dass man sich besinnt und schaut, welche Modelle im europäischen und außereuropäischen Ausland funktionieren”, so das Resümee von Rechtsanwalt Frieder Backu. Einfache, klare Regelungen zu finden, “die nicht von vornherein verfassungs- oder europarechtlich problematisch sind und die es den Anbietern ermöglichen, ein attraktives Angebot gegenüber dem Verbraucher bereitzustellen”, sei möglich. Die von den 15 Bundesländern vorgesehene 5-prozentige Steuer auf den Umsatz ermögliche dies jedoch nicht. In Kombination mit weiteren Einschränkungen des E 15-Modells – begrenzte Anzahl von Lizenzen, eingeschränktes Angebot, kein Online-Poker, kein Online-Casino – würden die Regulierungsziele erneut verfehlt. Und auch das wurde deutlich in Berlin: Wer auch immer versucht, Online-Angebote durch Netzsperren oder ähnliches zu verhindern, ist auf dem Holzweg, weil der Verbraucher längst in der Lage ist, diese zu umgehen.

Schleswig-Holstein: So geht Glücksspielregulierung!

Was möglich ist, zeigt Schleswig-Holstein mit seiner von CDU und FDP initiierten modernen und verantwortungsvollen Gesetzgebung: 20 Prozent Steuern auf den so genannten Bruttorohertrag für alle Online-Glücksspiele, umfangreiche Jugendschutz- und Suchtpräventionsmaßnahmen sowie ein Konzept gegen Geldwäsche und Manipulation, zu dem mit dem so genannten Safe Server ein elektronischer Fahrtenschreiber zählt, Zahlungsdienstleister, die über eine Vollbanklizenz verfügen müssen und damit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) unterliegen, schließlich garantierte Einnahmen für den organisierten Sport. In Kiel hat man offensichtlich genauer hingeschaut, was Europa verlangt und sich unter anderem die Erfahrungen in Dänemark zunutze gemacht. “Das schleswig-holsteinische Gesetzesmodell ist – im Gegensatz zu E 15 – nicht rein zufällig problemlos von Brüssel anerkannt worden. Vielmehr hat es sich ausgezahlt, dass sich die Gesetzgeber des nördlichen Bundeslandes bereits 2009 mit voller Kraft an die Erarbeitung des Glücksspielgesetzes gemacht haben”, erläuterte Dr. Wulf Hambach, Gründungspartner der Münchener Kanzlei Hambach Hambach. Zahlreiche Gespräche mit Vertretern anderer EU-Aufsichtsbehörden hätten hier die Einsicht gebracht, dass insbesondere das Modell des unmittelbaren Nachbarn aus Dänemark von der EU-Kommission anerkannt und damit die gegen das dänische Glücksspielmonopol 2004 eingeleiteten Vertragsverletzungsverfahren im Jahre 2009 eingestellt werden konnten. “Folgen die übrigen Bundesländer dem Beispiel Schleswig-Holsteins, erlangen sie nach einem Jahrzehnt Rechtschaos endlich die Rechtssicherheit, die dieser sensible Bereich so dringend benötigt!”, so Hambach Appell in Berlin. Er sei zuversichtlich, dass das Kieler Modell sich durchsetzen werde.

Professor Franz W. Peren, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Glücksspiel und Wetten, nahm vor allem die Ungleichbehandlung von Sportwetten einerseits und dem Online-Poker-Bereich andererseits durch E 15 unter die Lupe: “Online-Poker ist in Deutschland sowie in weiten Teilen der EU bis dato nicht reguliert. Trotz dieses Verbots ist der deutsche Onlinepokermarkt der zweitgrößte Pokermarkt der Welt. Lassen die Bundesländer diesen Markt unreguliert, so würden diese Bürger auch in Zukunft in den Schwarzmarkt gedrängt und kriminalisiert werden. Dieses auch mit der Folge, dass pathologische Spieler nicht identifiziert werden und nicht suchtpräventiv kontrolliert werden können. Ein wirksamer Spielerschutz ist gegenwärtig ob der herrschenden Rechtslage nicht möglich.” Der unkontrollierte Schwarzmarkt gestatte und fördere zudem die illegale Geldwäsche innerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Peren: “Eine im Auftrag des TÜVs durchgeführte Studie definiert ein machbares Bewertungssystems für Glücksspielangebote mit dem Ziel, neutrale und standardisierte Prüfungen und ggf. Zertifizierungen zu ermöglichen. Dabei hat sich gezeigt, dass Online-Poker mit einem mittleres Risiko auf einer 5er-Skala zu bewerten ist und damit in der gleichen Risikoklasse wie beispielsweise Sportwetten liegt.”

Bundesländer rechnen offenbar mit E 15-Pleite

Derzeit liegt der Ball im Feld der E 15-Länder. In Kiel wird zwar die Landesregierung wechseln. Angesichts bereits erteilter Lizenzen nach dem neuen Landes-Glücksspielgesetz wird eine neue Landesregierung aber wohl kaum zurückrudern. Zudem wäre es auch zu einfach, im Richtungsstreit um das Glücksspiel eine 15-zu-1-Position zu definieren. Der neue Staatsvertrag tritt nämlich erst dann in Kraft, wenn 13 Länder diesen bis zum 1. Juli ratifizieren. Das halten die Experten jedoch kaum für realistisch. Nordrhein-Westfalen ist wie Schleswig-Holstein zunächst mit Koalitionsverhandlungen und der Regierungsbildung beschäftigt. Und Niedersachsen hat mit seinem Vorschaltgesetz bereits deutlich gemacht, dass man in Hannover die reale Gefahr sieht, dass das nötige Quorum scheitern könnte (vgl. Artikel auf PokerStrategy.com). Bemerkenswert: Anders als der Glücksspieländerungsstaatsvertrag verzichtet das Vorschaltgesetz auf die Begrenzung auf 20 Glücksspiellizenzen und erlaubt Live-Sportwetten. Man wolle gewappnet sein für den Fall, dass E 15 scheitere, heißt es dazu aus Niedersachsen. Bayern und Bremen träfen ebenfalls entsprechende Vorkehrungen. FDP-Fraktionsvorsitzender Christian Dürr wird mit Blick auf den letzten, seinerzeit unter Federführung von SPD-Ministerpräsident Kurt Beck (Rheinland-Pfalz) ausgehandelten und dann gescheiterten Glücksspielstaatsvertrag zitiert, er wolle sich von Beck “nicht noch einmal hinter die Fichte führen lassen”.

Die derart dokumentierte Unsicherheit über das Zustandekommen der nötigen Ratifizierungen in den Landesparlamenten macht deutlich, dass der bisherige Flickenteppich möglicherweise nur durch einen großen Wurf ersetzt werden kann. Dr. Dirk Uwer von der Kanzlei Hengeler Müller in Düsseldorf machte in Berlin deutlich, dass die bisherige Entwicklung ungeeignet ist, zu einer adäquaten Regulierung der konvergenten europäischen Glücksspielmärkte zu gelangen. Er attestierte den Bundesländern “glückspielrechtliches Regulierungsversagen”. Der Bund solle nunmehr einschreiten “und die Regulierung der Glücks- und Gewinnspielmärkte insgesamt an sich ziehen. Nur durch eine bundeseinheitliche Regelung können die Glücksspielmärkte insgesamt kohärent und systematisch reguliert werden und kann die Funktionsfähigkeit der Rechts- und Wirtschaftsordnung im Glücksspielbereich wiederhergestellt werden.” Jürgen Creutzmann, FDP-Abgeordneter im Europäischen Parlament aus Rheinland-Pfalz, geht noch weiter. Er rechnet trotz Sympathien, die einige Bundesländer erkennen lassen, nicht damit, dass sich andere Länder dem Kieler Modell anschließen und fordert: “Wir brauchen eine europäische Lösung der Online-Glückspiele, denn die daraus entstehenden Probleme – Jugendschutz, Spielsucht, Manipulation von Spielen, auf die gewettet werden kann – können nur durch eine europäische Richtlinie gelöst werden”, so der Liberale auf Anfrage. Bereits im letzten Jahr hatte das Europäische Parlament in einer Resolution zum Grünbuch Online-Glücksspiele empfohlen, dass die Mitgliedsstaaten gemeinsam ein Lizenzierungsmodell auf den Weg bringen sollen.


Wien. Im Rennen um die heimischen Spielbanklizenzen geht heute die
Bewerbungsfrist für das “Landpaket” zu Ende. Dieses umfasst die
Konzessionen für sechs Standorte, und zwar die derzeitigen Casinos in
Baden, Bad Gastein, Kitzbühel, Riezlern (Kleinwalsertal), Seefeld und
Velden.

Wenig Interesse

Fix ins Rennen gehen die Casinos Austria, und auch der
niederösterreichische Automatenkonzern Novomatic wird sich über zwei
Tochterunternehmen bewerben. Beide Unternehmen wollen das Verfahren
vorerst nicht kommentieren. Ansonsten scheint das Interesse an am
Landpaket eher gering zu sein. Erst kürzlich ist Frank Stronach
abgesprungen. Das Finanzministerium verweigerte am Dienstag sämtliche
offizielle Statements zu der (wie berichtet) ohnehin sehr
umstrittenen und von namhaften Verfassungsjuristen kritisierten
Lizenzvergabe.

So kündigte bereits im Jänner Novomatic rechtliche Schritte bis hin
zum VfGH oder zum EuGH an -die Bewerbung mit zwei Tochterunternehmen
lässt den Niederösterreichern hier einigen Spielraum für Berufungen
offen.

Für die Unternehmen ist eine Teilnahme an der Ausschreibung
jedenfalls eine kostspielige Sache. So brachte etwa Novomatic eine
mehr als 100.000 Seiten umfassende Bewerbung ein. Die Kosten für
diese Expertise liegen bei einem sechsstelligen Betrag. Neben
wirtschaftlichen Aspekten sind vor allem die Bereiche Spielerschutz,
Suchtprävention und Verhinderung von Geldwäsche wichtige Punkte im
Pflichtenheft der Republik.

Kritik an Republik

Marktforscher Andreas Kreutzer ortet eine Verstimmung der
potenziellen Glücksspiel anbieter und kritisiert ebenfalls den
Vergabeprozess: “Es ist noch nicht einmal die Entscheidung darüber
gefallen, wer den Zuschlag für das erste Paket bekommt, und schon
endet die Frist für das zweite. Das macht keinen schlanken Fuß.” Er
vermutet, dass sich das Finanzministerium erst alle Bewerbungen
gesammelt ansehen wolle, um dann eine Lösung zu finden, die alle
zufriedenstelle. “Dann hätte man die Lizenzen gleich zusammen
ausschreiben können”, so Kreutzer. Er räumt jenen Bewerbern gute
Chancen ein, die über ausreichende Maßnahmen zum Spielerschutz
verfügen.

Hans-Henning Adler BILD: archiv  

Hans-Henning Adler (62/Oldenburg) ist Fraktionschef der Linken im Landtag in Hannover.

von Marco Seng

FRAGE: Herr Adler, Sie waren als Sachverständiger für das Glücksspiel in den Landtag von Sachsen eingeladen. Wie kam das?
ADLER: Weil es in Sachsen offenbar keine Abgeordneten gibt, die sich intensiver mit dem Thema beschäftigt haben. Ich habe mich schon ein bisschen genauer damit beschäftigt. Zum Beispiel mit der Reaktion der Europäischen Kommission auf den Entwurf des Glücksspielstaatsvertrags, den die Ministerpräsidenten der Länder verabschiedet haben.

FRAGE: Wo sehen Sie die Probleme beim Staatsvertrag?
ADLER: Niedersachsen hat als einziges Land ein so genanntes Vorschaltgesetz verabschiedet, das auf die Schnelle gemacht wurde und ganz viele handwerkliche Fehler enthält. Es geht gar nicht, dass man alles mit Verordnungen regeln will. Aber das ist nur ein Detailproblem. Das Hauptproblem ist eigentlich, dass die EU-Kommission gesagt hat: Wenn ihr die Sportwetten legalisiert, dann muss das bei Casino-Spielen wie Poker auch möglich sein. Die Kommission fragt nach der Beweisführung dafür, dass Glücksspiele wie Poker gefährlicher sein sollen als Sportwetten. Hier fehlt bislang der Beweis.

FRAGE: Welche Regelung will die Linke in dieser Frage?
ADLER: Wenn man bei Sportwetten Konzessionen vergibt, sollte man das auch auf Poker ausdehnen. Wenn man alles stumpf verbietet, findet es ohne Kontrolle im Internet statt. Wenn man es im Konzessionsmodell reguliert, wird die Möglichkeit, Auflagen wie Spielerschutz zu erteilen viel größer. Zudem muss der Konzessionär Abgaben zahlen.

FRAGE: Wie sehen Sie die Chancen für eine Einigung?
ADLER: Die sehe ich schon. Selbst wenn der Staatsvertrag jetzt so durch die Länderparlamente geht, wird spätestens in einem halben Jahr ein Änderungsantrag kommen. Schleswig-Holstein ist nicht nur einen Sonderweg gegangen, sondern verteilt auch schon erste Konzessionen. Das macht die Sache völlig unübersichtlich. Dann hat man bald die kuriose Situation, dass man nur in Schleswig-Holstein spielt und dieses Land das Geld aus anderen Bundesländern kassieren. Das geht ja gar nicht. Die neue Regierung in Schleswig-Holstein muss sich da positionieren.

FRAGE: Haben die Sachsen auf Sie gehört?
ADLER: Glaube ich schon. Sie haben zumindest das Problem erkannt.



Von 13. bis 20. Mai 2012 macht Europas Pokerelite mit der Casinos Austria Poker Tour (CAPT) in Innsbruck Station. Neben acht spannenden Turniertagen steht in diesem Jahr eine ganz besondere Chance auf dem CAPT-Programm: Beim Freeroll Turnier am Freitag, 18. Mai 2012, kann eine Reise nach Las Vegas gewonnen werden. Der Preis beinhaltet ein Turnierticket zum WSOP (World Series of Poker) Main Event 2012 in Las Vegas und hat einen Gesamtwert von 10.000 Euro. Qualifiziert dafür sind die besten 40 Spieler des € 250,- Bounty Turniers am 13. Mai 2012 und alle Teilnehmer, die bis 16. Mai 2012 mindestens drei Tickets für die CAPT Innsbruck erworben haben.


Gestartet wurde gestern mit einem €250Texas Hold’em No Limit, Knockout Bounty (€ 50) Turnier, zu dem 159 Spieler an den Start gingen. Im Preispool lagen €29.813, die auf 18 Spieler verteilt wurden.
Die Stockerlplätze holten sich Cristinel Lira, Jürgen Grabow und Christoph Prem.

Ergebnis Auftaktevent:

Das Main Event am Abschlusswochenende ist ein zweitägiges Texas Hold’em No Limit Turnier mit 2.000 Euro Buy-in. Der Turnierstart ist am Samstag, 19. Mai 2012, um 14.00 Uhr. Insgesamt wird bei der CAPT 2012 in Innsbruck ein Preisgeld in Höhe von 500.000 Euro erwartet. Für den Main Event kann man sich noch bis Dienstag, 15. Mai 2012 qualifizieren, und das schon ab zwei Euro Einsatz bei den Online Satellites über den win2day Poker Room. Auch das Innsbrucker Rahmenprogramm für die Pokerspieler kann sich sehen lassen: am Donnerstag, 17. Mai, findet die legendäre Players Party im nahegelegenen Studio 21 statt.

Tickets für die Turniere können in allen österreichischen Casinos, bequem im Online Shop, oder telefonisch im Casinos Austria Welcome Center unter +43 (0) 50 777 50 gekauft werden. Detaillierte Informationen zur CAPT Innsbruck und eine Auswahl an Partnerhotels mit Sonderkonditionen für die Unterkunft finden Sie außerdem auf www.poker.casinos.at.

Kommentare

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Glücksspielriese bwin.party und die United Auburn Indian Community (UAIC) haben eine Kooperation geschlossen und wollen nach einer entsprechenden Legalisierung zusammen Online Poker im US-Staat Kalifornien anbieten. Dies gab bwin.party heute in einer Pressemitteilung bekannt. Nach dem Staat Nevada, bei dem man sich zusammen mit den Partnern MGM Resorts International und Boyd Gaming schon offiziell um eine Lizenz beworben hat, wäre Kalifornien der aktuell zweite US-Staat in dem bwin.party nach einer erfolgten Legalisierung und Regulierung Online-Poker anbieten dürfte.

Die UIAC betreibt das Thunder Valley Casino Resort in der Nähe von Sacramento, Kalifornien. Die UAIC hat die nötige Lizenz als Casinobetreiber, sollte die Regierung es dann durch die nötige Rechtssprechung im Staat ansässigen Betreibern erlauben, Online Poker für kalifornische Bürger anzubieten. bwin.party würde bei dieser Koop die Technologie, das Know-how sowie den damit verbundenen Support liefern. Der Deal läuft über 10 Jahre und beginnt mit dem Start des Angebots.

Die Co-CEOs von bwin.party, Jim Ryan und Norbert Teufelberger: “Kalifornien ist der größte Staat der USA. Hier gibt es viele Bürger die gerne online Poker spielen. Indem wir unsere eigenen Vermögenswerte und Ressourcen mit denen der UAIC kombinieren, entsteht eine starke Partnerschaft, die gut aufgestellt ist und die Chancen nutzen kann, die sich ergeben, wenn die entsprechende Online-Poker-Gesetzgebung im Golden State erlassen wird.”

David Keyser, Tribal Chairman der UAIC: “Für uns ist die Legalisierung von Online Poker und anderen Online Glücksspielen in Kalifornien und anderen Staaten der USA unausweichlich. Nachdem wir uns mit mehreren Online Gaming Anbietern getroffen haben, war bwin.party unsere erste Wahl. Mit bwin.partys unvergleichlichen Know-how im Online-Poker, der bewährten Technik und der Loyalität der Kunden, sind wir sehr zuversichtlich, dass wir die Einnahmen aus einem geregelten Online-Poker-Markt in Kalifornien maximieren sowie die Prosperität unserer Gemeinschaft verbessern können.”

Am 24. Februar 2012 hatten die Senatoren Wright und Steinberg einen weiteren Entwurf zur Legalisierung und Regulierung von Online Poker in Kalifornien vorgelegt.

11.05.2012 | 09:03 Uhr

Die „Westspiel Poker Tour“ kommt ins Casino Duisburg

Duisburg.  
Die „Westspiel Poker Tour“ verläuft dieses Jahr nach einem neuen Konzept. Dieses ermöglicht nicht nur Profis, sondern auch Spielern mit wenig Geld, in das Finale einzuziehen. Die Sieger der “Freeroll-” und “Satellite-Turniere” qualifizieren sich für die Vorrunden und zahlen lediglich den Eintritt.

Die siebte Auflage der „Westspiel Poker Tour“ (WPT) lockt in diesem Jahr erstmals nicht mit Sach-, sondern ausschließlich mit Geldpreisen. Beim großen Turnierserien-Finale (Texas Hold’em), das Ende Dezember in der Dortmunder Hohensyburg ausgetragen wird, liegen vermutlich 200.000 Euro im Topf. Allein auf den Sieger warten 57.000 Euro. Zuvor werden an bundesweit acht Spielbank-Standorten mehrere Qualifikationsturniere ausgetragen – so auch im Casino Duisburg.

Von “Freeroll” über “Satellite” in die Vorrunden

Das Konzept dieser Turnierserie sieht vor, dass im Finale sowohl Kartenspieler mit einem schmaleren Geldbeutel als auch Profis vertreten sein werden. Letztere Gruppe kann sich zum hohen Preis von 1000 Euro die Teilnahmeberechtigung einfach nachträglich kaufen.

Wer nicht so viel Geld hat oder investieren möchte, der kann auch einen deutlich kostengünstigeren Weg versuchen, der aber deutlich länger dauert und bei dem es einige hohe Hürden zu nehmen gilt. Er beginnt bei einem der so genannten „Freeroll-Turniere“. Bei diesen muss mit Ausnahme des Eintrittsgeldes ins Casino nichts weiter bezahlt werden. Etwa zehn Prozent der dort gemeldeten Teilnehmer (eine Platzreservierung für die Abende ist dringend zu empfehlen) qualifizieren sich für eines der „Satellite-Turniere“. Und wer es dort in die Preisränge schafft, der hat einen Startplatz bei einer von insgesamt sieben WPT-Vorrunden im Wert von 120 Euro sicher.

Rund 5000 Mitspieler in Duisburg

Die Vorrunde in Duisburg steigt vom 3. bis zum 6. Oktober. Zuvor steigen aber besagte „Freeroll-Turniere“ – und zwar im hiesigen Casino am 27. Mai, 24. Juni, 29. Juli, 26. August und 30. September. Beginn: jeweils um 16.30 Uhr.

Vom Start bis zum Finale erwartet die Westspiel-Gruppe als Veranstalter rund 5000 Mitspieler. Beim Finale in Dortmund (20.-22. Dezember) werden es laut Tom van’t Hoff, Projektleiter dieser Turnierserie, wohl rund 230 sein.

Er bestätigte auch, dass sich Pokern einer immer größeren Beliebtheit erfreut.

Thomas Richter

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